LICHTINSTALLATIONEN

Lichtinstallationen




 

Tubulum - Ausschnitt, 2005

Lichtinstallationen - die Cocooning-Arbeiten

In einer subtil-bedrohlichen Dialektik von Gefangen-Sein und möglicher Befreiung erfährt der Begriff „Cocooning“ bei Joachim Hanisch eine persönlich-existentielle Interpretation. Den Ausgangspunkt bildet die vergangene, überwundene Trinksucht des Künstlers, die hier nicht in heroischem Selbstmitleid dokumentiert, vielmehr einer fast labortechnischen Analyse ausgesetzt wird.
Es ist die Selbstinszenierung in einer Röhre („Tubulum“), in der mit einer steril scheinenden Objektivität, dargestellt eben durch das inszenierte Bild des Künstlers in insgesamt 18 reagenzglas ähnlichen gläsernen Hüllen, die Entwicklungsgeschichte eines Rückzuges ins eigene Ich seziert zu werden scheint.
Das Ausgangsmaterial besteht aus Fotos von Inszenierungen in einer beengenden, circa 1.20 Meter hohen Plexiglasröhre. Der körperliche Widerstand wird in extreme Gestik und Mimik übersetzt. Dabei wurde die Pose als expressiver Moment durch Luftanhalten während des Aufnahmevorgangs gesteigert. Die individuellen Posen, bei warmtonigem Licht erstellt, werden computertechnisch ins Negativ gekehrt, um den beabsichtigten Charakter des Durchleuchtet-Seins zu verstärken (Joachim Hanisch). Jede Aufnahme wurde als Farbfolie erstellt und kleidet jeweils eine Plexiglasröhre, die von oben her ausgeleuchtet wird. Dreimal sechs Röhren wie Regale „übereinander gestapelt“, bewirken zusätzlich das Gefühl einer beengend-hermetischen Situation.
Vergleiche mit eingelegten Embryos dürften insofern berechtigt sein als die einzelnen Körper in je unterschiedlichen Stadien geradezu einen energischen (Ausbruchs-) Willen signalisieren können, sieht man vom expressiv geprägten, annähernd verzweifelt anmutenden Gesichtsausdruck einmal ab.

Dr. Matthias Brück, Landau (s.a.Werkbetrachtungen)




 

Tubulum - aufgestellt der Zwölf-Apostelkirche Die Wanderausstellung nimmt ihren Ausgangspunkt in Frankenthal

TUBULUM

Tubulum, 2005, Höhe insgesamt 160 cm, Die insgesamt 18 Acrylglasröhren sind mit Fotofolien ausgekleidet und haben einen Innendurchmesser von 7 cm.



Tubulum - aufgestellt der Zwölf-Apostelkirche Die Wanderausstellung nimmt ihren Ausgangspunkt in Frankenthal



QUADRANGULUM

Quadrangulum, 2005, 12 Lichtkästen stapelbar Die jeweils 24 x 34 x 12 cm großen Lichtkörper sind in den Seiten mit einer geschliffenen Acrylglasscheibe versehen, die wiederum mit einer Fotofolie unterlegt ist. Abbildungsgrundlage sind auf dem Scanner abgelegte und digitalisierte Körper- bzw. Körperoberflächen



Quadrangulum - in anderer Anordnung 



Quadrangulum - Detail: Der Kopf 



Tubulum und Quadrangulum 



TUBULUM ANA - Körper in flüchtiger Dimension

Tubulum ana 1, 2005, Höhe 210 cm Ausdruck einer verlorengegangenen Vorstellung der eigenen Körperdimension - auf der Grundlage des Fotomaterials aus den Inszenierungen entstanden extrem langgedehnte Körperdarstellungen, sogenannte Anamorphosen, die nur unter einem ganz bestimmten Blickwinkel den Körper realistisch erfahrbar macht.



Tubulum ana 2 Körperdarstellung im kalten Blau des Negativs, ähnlich wie bei Tubulum